ALLGEMEINE GESCHÄFTSBEDINGUNGEN DES VDS e.V.

AGB © VDS exklusiv für VDS-Mitglieder. Nachahmung und Nachdruck verboten.

Grundsätzlich gilt: mit der Bezahlung der Sprach-aufnahme gehen die Verwertungsrechte auf den Auftraggeber über; jedoch ausschließlich im ver-einbarten Rahmen und zum vereinbarten Zweck. Die Abgeltung der Sprachaufnahme begründet keinen Konkurrenzausschluss. Totale Exklusivität (z.B. keine andere Werbung des Sprechers für einen bestimmten Zeitraum) oder Produktexklusivität
(z.B. keine andere Kaffeewerbung für einen be-stimmten Zeitraum) kann jedoch gegen ein im Ein-zelfall auszuhandelndes Zusatzhonorar vereinbart werden. Die Exklusivitätsvereinbarung bedarf der Schriftform.

Im Einzelnen:

INDUSTRIEFILME
Unter den Begriff Industriefilme fallen Imagefilme, Produktpräsentationen, Lehr- und Sachfilme, tech-nische Filme, Schulungsvideos etc. Diese sowie Sprachteile daraus dürfen ohne Genehmigung des Sprechers nicht zu einem anderen als dem verein-barten Zweck verwendet werden und vom Auftrag-geber nur einem definierten und begrenzten Zu-schauerkreis vorgeführt und in keinem Massenme-dium veröffentlicht oder dort zu Werbezwecken eingesetzt werden.

FERNSEH- UND HÖRFUNKBEITRÄGE
Es gelten nicht automatisch die AGB der Rund-funk- und Fernsehanstalten, maßgeblich ist die Individualabrede der Parteien. Sofern keine einzel-vertragliche Regelung getroffen wurde, gelten die nachstehenden Bedingungen sinngemäß.

WERBELAYOUTS (FUNK-, TV- und KINO-LAYOUTS)
Mit der Bezahlung eines Layouts erhält der Auf-traggeber das Recht, die Sprachaufnahme für Prä-sentationen und Markttests zu verwenden. Im Lay-outstadium ist es dem Auftraggeber ferner gestattet, eine beliebige Anzahl von Motiven aus dem Sprachmaterial zu erstellen. Die Layouts dürfen jedoch keinesfalls ohne Genehmigung ausgestrahlt oder anderweitig einer breiten Öffentlichkeit z.B. zu Werbe-, Informations- oder Verkaufszwecken zugänglich gemacht werden. Für den Fall der Aus-strahlung ist zusätzlich zum Layouthonorar ein Verwertungshonorar fällig. Dasselbe gilt für jeden einzelnen Fall der Verwertung von Teilen eines Layouts.

REINE WERBESPOTS (FUNK-, TV- UND KNO-REINAUFNAHMEN)
Mit der Bezahlung eines einzelnen Spots erhält der Auftraggeber das Recht zur Ausstrahlung des je-weiligen Spots innerhalb des vereinbarten Ausstrahlungsge-biets, mittels des vereinbarten Mediums, beschränkt auf die BRD für die Dauer eines Jahres, gerechnet ab dem Produktionsdatum der Ausstrahlungsme-dien (z.B. Sendekopien) oder spätestens ab der ersten Verwertung (Nutzung/Veröffentlichung). Mit den Ausstrahlungsrechten für die Bundesrepub-lik Deutschland erhält der Auftraggeber auch das Recht zur Ausstrahlung in denjenigen europaweit zu empfangenden Sendern, die ihren Sitz in Deutschland haben.
Für Ausstrahlungen in Sendern, deren Sitz nicht in der BRD liegt (z.B. MTV etc.), bzw. für jedes wei-tere Land (z.B. Österreich, Schweiz etc.), wird ein weiteres Verwertungshonorar jeweils für das ent-sprechende Medium fällig. Verwendet der Auftrag-geber einen Spot oder (Sprach-) Teile eines Spots zur Herstellung eines anderen oder neuen Funk, TV- oder Kinospots, so wird jeweils ein weiteres Verwertungshonorar fällig; gleiches gilt für den Wechsel von einem zum anderen Medium (z.B. wenn aus einem Funkspot oder Teilen daraus ein Kinospot wird) und / oder bei der Inanspruchnahme neuer Medien wie dem Internet, Multimediaanwen-dungen etc.
Entsprechendes gilt für die Produktion und Aus-strahlung von sogenannten Sales-Videos, Industrie-filmen, Ladenfunk, öffentlichen Veranstaltungen etc., wenn diese über ein anderes oder eines der neuen Medien ausgestrahlt oder veröffentlicht wer-den. Bei der Produktion und Verbreitung von Vi-deos, CD-ROM und anderen Multimediaanwen-dungen, die zum Kauf angeboten oder zu Werbe-zwecken eingesetzt werden, sind zusätzlich -abhängig von der Auflagenhöhe – gesonderte Ver-wertungshonorare fällig.
Eine besondere Stellung im Preisgefüge nehmen regelmäßig nur die Hörfunkspots für Lokal- oder Regionalsender ein: hier ist das Veröffentlichungs-honorar günstiger, da das Ausstrahlungsgebiet strikt beschränkt ist. Ein Lokalfunkspot deckt die Aus-strahlung in beliebig vielen Sendern einer einzigen Stadt ab; gemeint ist hier ein eng begrenzter Raum in der Größe eines Landkreises. Ein Regional-funkspot liegt vor, wenn die Ausstrahlung in mehr als einem einzigen Lokalbereich erfolgt und gilt bis zur Ausstrahlung in beliebig vielen Sendern eines einzelnen Bundeslandes.
Ein nationaler Funkspot liegt dann vor, wenn der Spot in mehr als einem einzigen Bundesland ausge-strahlt wird.
Für jedes weitere Land außerhalb der BRD wird ein weiteres nationales Verwertungsrecht fällig.

HONORARE
Für die Höhe der einzelnen Honorare gilt, soweit nicht eine gesonderte Honorarvereinbarung getrof-fen wurde, die jeweils aktuelle Preisliste des Spre-chers, die jederzeit angefordert werden kann und in den Produktionsstudios zur Einsichtnahme bereit-liegt. Für den Fall, dass ein Produktionstermin vom Auftraggeber nicht eingehalten werden kann, so wird ein Ausfallhonorar in Höhe von 40% des indi-viduellen Honorarindex zur Zahlung an den Spre-cher fällig; es sei denn, der Auftraggeber sagt die Produktion rechtzeitig, das heißt werktags mindes-tens 18 Stunden vor dem vereinbarten Termin, ab. Kann der Sprecher einen verabredeten Produktions-termin aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen, wie z.B. Krankheit oder höherer Gewalt, deren Nachweis er auf Anforderung erbringen muss, nicht einhalten, so haftet er nicht für etwa damit verbun-dene Kosten des Auftraggebers.

INFORMATIONSPFLICHT
Der Auftraggeber ist verpflichtet, dem Sprecher vor der ersten Ausstrahlung mitzuteilen, wann eine Sprachaufnahme, ein Layout und / oder ein Spot, sei es im Original oder in abgeänderter Form, mit-tels des ursprünglich vereinbarten oder eines ande-ren Mediums oder eines der neuen Medien, inner-halb eines neuen Gebietes (z.B. lokal, regional, national, international), innerhalb eines bestimmten Zeitraums gesendet wird. Sollte der Auftraggeber diese Informationen in begründeten Ausnahmefäl-len nicht rechtzeitig geben können, muss er sie dem Sprecher in jedem Fall spätestens binnen 10 Tagen nach der Erstausstrahlung nachreichen. Kommt der Auftraggeber dieser Informationspflicht nicht fristgemäß nach, so kann der Sprecher 10 % Zinsen p.a. aus dem Rechnungsbetrag für die Zeit-spanne verlangen, die zwischen dem Zeitpunkt, an dem die Information fällig war (spätestens 10 Werktage ab Ausstrahlung), und dem Tag, an dem der Sprecher von der Ausstrahlung erfährt, vergan-gen ist. Das Recht, im Falle des Zahlungsverzuges nach Rechnungserteilung, Verzugszinsen zu ver-langen, bleibt davon unberührt.

VERTRAGSVERLETZUNG
Im Falle eines Verstoßes gegen die Informations-pflicht oder bei Verwendung oder Verbreitung einer Sprachaufnahme, eines Layouts oder Spots entge-gen der Vereinbarung, z.B. über den vereinbarten Zeitraum, Bereich, über das vereinbarte Medium hinaus, verpflichtet sich der Auftraggeber – unbe-schadet der Verpflichtung zur Zahlung des entspre-chenden Verwertungshonorars – für jeden Fall der Zuwiderhandlung unter Ausschluss der Annahme des Fortsetzungszusammenhangs, eine Vertrags-strafe in Höhe des 4-fachen Verwertungshonorars an den Sprecher zu zahlen. In gleichem Maße haftet der Auftraggeber für Verstöße, die von auf seine Veranlassung an der Produktion beteiligten Dritten verursacht werden.

HAFTUNG
Der Sprecher haftet nicht für den Inhalt der Produk-tionen.

GELTUNG DER AGB
Die vorstehenden AGB gelten mit Auftragsvergabe an den Sprecher als vereinbart, im Übrigen gelten nicht automatisch die AGB des Auftraggebers.

ANZUWENDENDES RECHT/GERICHTSSTAND
Für diese AGB und die gesamten Rechtsbeziehun-gen zwischen den Vertragsparteien gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Gerichtsstand ist der Wohnsitz des Sprechers.

SCHLUSSBESTIMMUNG
Sollte eine Klausel in diesen AGB oder eine Be-stimmung im Rahmen sonstiger Vereinbarungen unwirksam sein oder werden, so wird hiervon die Wirksamkeit aller sonstigen Bestimmungen oder Vereinbarungen nicht berührt.